Enjoy Kopenhagen: Das Venedig des Nordens

Einleitung

„Man bekommt auf Reisen einen klaren Kopf…“ besagt ein Zitat aus der „Der Mistkäfer“ von Hans Christian Andersen (1805-1875). Unterstützt wird der klare Kopf in København (übersetzt in etwa Kaufmannshafen) von einer kräftigen Brise des Baltischen Meeres. Denn die dänische Hauptstadt ist eine Stadt am Meer: mit Hafenbädern, alten Kanälen, mit Seen und Stränden. Das Element H2O ist das Lebenselexier der Stadt. Ihre Einwohner leben am und mit dem Wasser. Vergleichbar mit der Seestadt in „Der Hobbit“ von J. R. R. Tolkien.

Und wir alle lieben LEGO, Smørrebrød, Hot Dogs, natürlich Ferienhäuser in Dänemark und royale Geschichten. Und so wundert es wenig, dass Kopenhagen, das Tor nach Skandinavien, mit seiner Kombination aus Tradition und Moderne ein wichtiges Reiseziel ist.

Kommt also mit mir auf einen Sightseeing-Tipp und entdeckt das vielgesichtige Kopenhagen…! Untermalt im wahrsten Sinne des Wortes -> mit selbstgemalten Bildern, die man auch kaufen kann.

Was sind meine Lieblingssehenswürdigkeiten?

ANyhavn

Um 1670 wurde der „neue Hafen“ gebaut. Die Schiffe aus aller Welt legten in Nyhavn an und die Seeleute trafen sich mit oder ohne Freudenmädchen in den schummrigen Kneipen. Noch heute ist Nyhavn der perfekte Ort, um den Tag ausklingen zu lassen. Die historischen Häuser am Wasser sind ein malerische Ort und Treffpunkt. Im Hafen wimmelt es nur so von Schiffen sowie Einheimischen und Touristen bei großartigem Essen und ausgezeichneter Jazz-Musik.

Das älteste Haus ist die Nummer 9, und hat sein unverändertes Aussehen seit 1681. Hinter der Tür Nummer 20 lebte viele Jahre der Märchenfürst Hans Christian Andersen und schrieb vor Ort u.a. die zauberhaften Geschichten vom „Das Mädchen mit den Streichhölzern“ oder „Die Prinzessin auf der Erbse“. Aber wie sagte der Künstler selbst so treffend: „Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst.“ So stieg Andersen, der Sohn eines verarmten Schuhmachers und einer Wäscherin, zum bekanntesten Dichter und Schriftstellers Dänemarks auf.

Für Filmliebhaber empfehle ich den Oscar-Streifen „The Danish Girl“ mit Eddie Redmayne und Alicia Vikander aus dem Jahre 2015. Schauplätze sind unter anderem das alte Nyhavn und die Nyboder Siedlung.

BSchloss Amalienborg

Diese royale Anlage ist einer der beeindruckendsten Rokoko-Bauten Dänemarks mit vier genau identischen Gebäuden: Palais Christian VII. (Palais Moltke), Palais Christian VIII. (Palais Levetzau), Palais Frederik VIII. (Palais Brockdorff) und Palais Christian IX. (Palais Schack). Hier wohnt Ihre Majestät, die Königin, und bei gehisster Flagge ist sie auch Zuhause. Die Königliche Leibgarde sorgt hierbei für ihren Schutz. Aber auch ohne Königin kann sich die Leibgarde sehen lassen und das tut sie jeden Tag zur Wachablösung. Und dass es nicht langweilig wird, gibt es drei verschiedene Wachablösungen: die königliche Wachablösung, Leutnantwachablösung und Palastwachablösung. Auf jeden Fall aber verlässt um 11:30 Uhr die Königliche Leibgarde die Kaserne am Rosenborg Schloss, um durch die Stadt zum Schloss Amalienborg zu marschieren, wo die Wachablösung um 12:00 Uhr stattfindet. Die Route wiederum ist variabel:-)

Ganz in der Nähe des Schlosses befindet sich die Frederikskirke. Die Marmorkirche ist ein 84 Meter hohes Gotteshaus mit der drittgrößte Kuppel der Christenheit. Sie ist quasi ein Abbild des Petersdoms in Rom und gleichzeitig Skandinaviens größte Zentralkirche. Innen schmücken die zwölf Apostel und außen 14 Persönlichkeiten aus der dänischen Religionsgeschichte dieses so imposante Bauwerk.

Liebt ihr Gold? Viel Gold? Die Russisch-orthodoxe Kirchen sind bekannt für ihre goldenen Zwiebeltürme. So auch weithin sichtbar an der Alexander Newskij Kirke, dem auffälligstem Gotteshaus der Stadt.

CDen lille Havfrue

Auf dem Weg von Schloss Amalienborg kommt man am furchterregenden Gefion-Springvand (deutsch: Gefion-Brunnen) vorbei. Hier im Churchillpark pflügt eine heroische Göttin mit einem mächtigen Gespann von vier kräftigen Ochsen. Der Legende nach wird dabei das Seenland aus Schweden herausgerissen.

Ganz zart sitzt hingegen die kleine Meerjungfrau auf ihrem Stein am Eingang des Kopenhagener Hafens und hält laut dem Märchen von Hans Christian Andersen sehnsüchtig Ausschau nach ihrem Prinzen. Little Mermaid ist das Wahrzeichen der Stadt. Die berühmte bronzene Statue ist ca. 125 Zentimeter groß und wiegt ca. 175 Kilogramm. Modell stand eine Ballerina, die 1909 die Nixe am königlichen Theater tanzte. Die traurige Geschichte der Tochter des Meerkönigs, basierend auf der Sage von Undine, hat mich als Kind zu Tränen gerührt. Dieses sanfte Unterwasserwesen wollte unbedingt an Land leben und war unglücklich verliebt. Ach, die Arme!

Achtung! Rechnet mit entsprechendem Touristenansturm am und im Wasser. Etwas ruhiger geht es hingegen an der Kopenhagener Hafenpromenade zu. An der Langelinie erstrecken sich das Kastellet und seine Festungswälle. Das Kastell ist ein Überbleibsel der alten Stadtbefestigung.

Kopenhagen Ganz in der Nähe befindet sich Nyboder, die Gelbe Siedlung. Die Häuser und Straßen in ihrem leuchtenden Gelbtönen entstanden im 17. Jahrhundert als Quartier für Seeleute und Militär. Ganz witzig ist, dass „Nyboder gelb“ oft in der Umgangssprache Dänemarks für den Farbton Gelb genutzt wird.

Nun ist es Zeit für eine Verschnaufpause! Testet das kulinarische Kopenhagen! Von einem kulinarischen Niemandsland hat sich die Stadt in ein Schlemmerziel verwandelt. Es gibt Menschen, die machen vor Ort Gourmeturlaub. Für uns Otto Normalverbraucher heißt es in erster Linie Hunger stillen und es darf natürlich schmecken:-) Wer gern einmal multikulturelle Esskultur testen will, ist im Streetfood Markt Papirøen richtig. Und das im Hafen mit Liegestuhl direkt am Wasser. Das beste Smørrebrød bekommt man im Übrigen im Restaurant Lumskebugten. Die Skandinavier sind vielen anderen Ländern in Öko und Bio voraus. Selbst die Kaffeebohnen in den süßen, kleinen oder avantgard-modernen Cafestuben der Stadt sind hier natürlich „von glücklichen Kaffeebäumen“.

Stilecht zum leckeren Kaffee empfehle ich dänische Literatur. Allem voran die große Tania Blixen. Ihr richtiger Name ist Baronin Karen Christence von Blixen-Finecke, geboren 1885 und gestorben 1962 in Rungstedlung bei Kopenhagen) mit ihrem nicht weniger großem Werk, ihr „Jenseits von Afrika„. Alternativ lesen Sie gern „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ von Peter Høeg über die Halb-Inuit Smilla Jespersen.  Die Inuits stammen aus Grönland. Und Grünland (welch passender Name) ist die größte Insel der Welt und gehört tatsächlich auch zum Königreich Dänemark. Kleiner Tipp, falls ihr ein Gesprächsthema im Land brauchen: Statistisch gesehen hat jeder zehnte Däne dieses fesselnde Buch gelesen.

DSchloss Rosenborg

Ursprünglich als Lustschloss erbaut, beherbergen diese Mauern heute kulturelle Schätze. So befinden sich im Erdgeschoss die Kronjuwelen und die königlichen Insignien. Sehenswert sind zudem der Elfenbeinthron mit drei silbernen Löwen und die mit Edelsteinen verzierten Goldkronen der Herrscher Christians IV und Christians V.

EKøbenhavns Universitet

Wer eher Grün liebt, ist im Botanische Garten, genau richtig. Ich liebe alte Gewächshäuser! Und der Botanisk Have mit seinem empfehlenswerten Palmenhaus lässt uns den „Dschungel“ und seine „grüne Lunge“ spüren. Der Botanische Garten gehört zur Uni. Und die Universität Kopenhagen wiederum ist die älteste Universität in Dänemark. Bereits seit 1479 wird hier gelehrt und gelernt.

Erlöserkirche In der Nähe der Universität befindet sich die Sankt Petri Kirke, die Sankt Petri Kirche. Die älteste erhaltene Kirche von Kopenhagen.  Östlich schließt sich bereits das nächste Gotteshaus an, die Vor Frue Kirke. Die Liebfrauenkirche wird auch der Dom zu Kopenhagen genannt und hat den Rang der Hauptkirche des Bistums Kopenhagen.

 

FRundetårn & Observatorium

Statt über Treppen schreitet man über einen gewundenen Gang nach oben. Zarin Katharina I. hat sich sogar mit der Kutsche hochfahren lassen. Für uns ist der Aufstieg allerdings per pedes, also zu Fuß. Oben angekommen, stellt man fest: Der Blick über die Stadt ist einfach großartig und mehr als lohnenswert. Im Runden Turm ist auch das Observatorium der Stadt untergebracht. Es ist das älteste noch in Betrieb befindliche Observatorium auf der Welt. Während der Wintermonate haben Himmelsfreunde und Sternengucker die Möglichkeit, das Firmament durch das Fernrohr der dann geöffneten Drehkuppel zu erkunden.

GTivoli Vergnügungspark

Das Auge braucht Reize! So bestehen die Zutaten eines des ältesten Vergnügungsparks der Welt aus wilden Fahrgeschäften, Pantomimen, Marschkapellen, Livemusik, grünen Oasen, Feuerwerk und vielem mehr. „Wenn sich das Volk vernüge, komme es nicht auf die dumme Idee einer Revolution“… so in etwa begründete sich die Geschäftsidee des 1843 eröffneten Vergnügungsparks. Das Tivoli soll selbst Walt Disney zum Entwurf seines Disneyland inspiriert haben. Nur die zauberhafte Szenerie von allein über 100.000 funkelnden Lampen und 400.000 Blumen konnte auch er nicht toppen. Auch heute noch ist das Tivoli die meist besuchteste Attraktion Dänemarks und spricht unser aller kindliche Freude an. Man fühlt sich wie bei einem Spaziergang durch Filmkulissen. Besonders schön ist ein großer Baum á la Avatar, der in der Winterzeit mit Lichterketten geschmückt wird.

Nebenan ist die Ny Carlsberg Glyptotek. Vorbild war die Münchner Glyptothek. Wie in München kommen hier Bier, Geld und Kunst zusammen. Denn das Geld der Bierdynastie Jacobson ist der Grundstock des Museums in Stockholm. Es zeigt sowohl antike Skulpturen des Mittelmeerraums, als auch moderne Plastiken und Gemälde. In Erinnerung bleiben vor allem die Elefanten, die das stolze Eingangstor „stützen“, die Säulenhallen, Palmengärten, Glaskuppeln und natürlich der viele Marmor.

HSchloss Christiansborg & Børsen

Der Turm von Schloss Christiansborg ist mit seinen 106 Metern der höchste vor Ort. Der Eintritt ist frei und nach einer Sicherheitskontrolle á la Flughafen können Sie die Aussicht über die Dächer der Stadt genießen. Das Schloss Christiansborg war früher der Palast der Könige/-innen.  Nach diversen Bränden ist die Königsfamilie allerdings nach Amalienborg umgezogen. Heute ist im Borgen, so der Kosename des Gemäuers, das dänische Parlament untergebracht

Unmittelbar daneben befindet sich Børsen, die ehemalige Kopenhagener Börse. Mit seinem 54 Meter hohen Turm und den verschlungenen Drachenschwänzen ist dieser Renaissancebau ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Bis 1974 diente das Gebäude dem ursprünglichen Zweck und wird seitdem als Bürogebäude genutzt. Ebenfalls gleich neben dem Schloss liegt die Königliche Bibliothek Dänemarks mit ihren futuristischen Anbau Den Sorte DiamantDer schwarze Diamant.

Kopenhagen ist auch eine Radler-Metropole. Seit 2015 wird sie sogar vor Amsterdam als die beste Fahrradstadt der Welt gesehen. Die ganze Infrastruktur ist darauf angepasst. Es gib sogar richtige Fahrrad-Highways, der sogenannte „cykelsuperstier“.

IChristianshavn

Einer der sehenswertesten Teile der dänischen Hauptstadt dürft ihr euch nicht entgehen lassen. Dieser Stadtteil ist sehr alt und hatte Glück bei zahlreichen Bränden. Viele Häuser stammen aus dem 17. Jahrhundert, so auch die Erlöserkirche. Den treppenumwundenen Turm der Vor Frelser Kirke kann man jedoch nur bei gutem Wetter besteigen, da sich die letzten Stufen bis zur Spitze im Freien befinden. Diese barocke Kirche besitzt den mit 93 Metern zweithöchsten Turm Kopenhagens. Er ist Wahrzeichen des Stadtteils Christianshavn und lässt sich von außen über eine 1752 konstruierte Wendeltreppe besteigen. Seid ihr schwindelfrei?

Der Stadtteil Christianshavn wird von einem Kanal durchzogen, an dem man wunderbar spazieren kann. Vorbei am Königlichen Marinemuseum kann man bereits von weitem auf der Insel Holmen die 2005 fertiggestellte hochmoderne Kopenhagener Oper bewundern.

JFreistadt Christiania

Unter dem Motto „Das muss man gesehen haben!“ solltet ihr euch auf keinen Fall den Fristad Christiania entgehen lassen.

Christiania Dieser Stadtteil hat zwei Gesichter. Zum einen gibt es hier eine kleine Hippie-Kommune: Aussteiger mit viel Kreativität sowie frei entfalteter Kunst – inklusive einer eigenen Flagge und eigener Währung. Dieses freie Christiania besteht seit 1971 und die rund 800 Einwohner verwalten sich selbst und sind gar unabhängig von den staatlichen Behörden.

Das zweite Gesicht ist ehrlich gesagt hässlicher und hat mir Angst gemacht: Drogen jeder Art und seltsame Gestalten. Man sollte sich unbedingt an die überall sichtbaren „Regeln“ halten. Wie u.a. nicht rennen und auf keinen Fall fotografieren. Dieser Teil der Freistadt gilt als regelrechte Drogenhandelszentrale und war mir persönlich unheimlich. Und trotzdem sage ich „Must see!“ Bitte macht euch selbst einen Reim darauf.

Darüber hinaus gilt für die ganze Stadt: Etwas alternativ, quirlig und bunt. Dazu ein Meer/mehr an Fahrrädern, Bio-Gemüse- und Blumenläden, schnuckelige Bistros und süße kleine Bäckereien…! Einfach zum Verlieben! Die Dänen haben ein eigenes Wort dafür: hyggelig. Das ist eine Mischung aus den Worten liebevoll, gesellig, heimisch, niedlich und gemütlich.

Meine Empfehlung

Theodor Fontane hat einst Kopenhagen als „Zauberstadt“ bezeichnet. Aus seiner Sicht war alles recht hübsch, ein liebenswerter Ort und das Herz der Einwohner hängt auf innigste an ihrer Stadt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn Kopenhagen ist viel mehr als das!  Es ist facettenreich, vielgesichtig und entdeckenswert. Ich kann euch nur dringend auffordern: Enjoy København!

Kopenhagen am Meer

Hat euch mein Reisebericht gefallen? Wenn ja, hinterlasst mir gern euer Feedback oder eine Bewertung (siehe unten). Wenn nein, sagt mir bitte, was ich besser machen kann. Dankeschön!

Lest gern weitere sehr interessante Reiseberichte in meinem Blog. Und in der Galerie findet ihr alle meine selbst gemalten Bilder. Viel Spaß beim Anschauen, Lesen und Stöbern!

Simona KindermannFarbsinne

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1 Kommentar
  1. Simona Kindermann

    Facebook-Kommentar von Björn Maushake zu meinen Städtetour durch Kopenhagen: „Wiedereinmal überrascht du uns mit einem tollen Reisebericht. Wer bereits einmal in Kopenhagen war, ist beim Lesen wieder da. Sehr kurzweilig geschrieben mit spannende Zwischeninformationen. Danke dafür!“

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