Enjoy Portugal: Eine Rundreise von Porto nach Lissabon

  • Eine Reise von Porto nach Lissabon

Einleitung

„Wenn einer eine Reise tut…“Denkt man an Portugal, dann denkt man meist an die Algarve, die Südküste Portugals mit ihren großen, charakteristischen Aloe Veras und feinen, weißen Sandstränden – das ist traumhaft. Aber Portugal, eine Nation von Seefahrern und Entdeckern, hat noch einiges mehr zu bieten. Daher möchte ich euch gern auf eine spannende Reise von Porto nach Lissabon mitnehmen – illustriert mit selbst gemalten Bildern von mir, die man auch kaufen kann.

Imposantes Porto

Starten wir ganz im Norden Portugals – in Porto. Wirtschaftlich und auch touristisch noch etwas verschlafen wirkend, geht von dieser 250.000 Einwohnerstadt ein ganz besonderer Reiz aus. Zwar findet man vor Ort kaum Paläste. Aber eine Vielzahl an Kaufmannshäusern, Handelskontore und Börsen verweisen auf eine lange Geschichte als bedeutender und vor allem sehr kultivierter Handelsplatz. Die Stadtkulisse ist geprägt von atemberaubenden Brücken und imposanten Viadukten, die sich über den Fluss Duoro spannen. Die Ponte Dom Luís I. ist dabei die größte Brücke und dominiert auf beeindruckende Weise das ganze Stadtbild von Porto und das des Flusslaufs. Es ist lohnenswert, den stählernen Koloss aus der Nähe zu betrachten. Seine kühne Konstruktion aus 3.000 Tonnen Eisen überspannt als freischwebende Doppelbrücke die Schlucht. Ihre Breite beträgt im unteren Bereich 175 Meter und oben knapp 400 Meter. Im Schatten dieser Brücke findet quasi Portos Leben statt – mit dutzenden Ständen, emsigen Markttreiben sowie ständig ankommenden und ablegenden Schiffen an den vielzähligen Bootsanlegern.

Abendliches Porto Wagt eine kleine Fahrt auf einem der vielen Ausflugsschiffe. Es zeigt Ihnen noch einmal andere und interessante Blickwinkel auf die Stadt und das Leben ihrer Bewohner. Auch das Flanieren auf der Praça da Ribeira und Cais da Estiva bzw. Cais da Ribeira gibt spannende Ein- und Ausblicke, denn auf der gegenüber Seite des Flusses thront hoch oben das Kloster Mosteiro da Nossa Senhora do Pilar. Das sehr majestätisch anmutende Gebäude aus dem 16. Jahrhundert mit einem großen Kuppelgewölbe, dessen Laternen nachts wundervoll leuchten. Tagsüber hat man von dort aus einen herrlichen Blick auf die Altstadt. Das älteste Viertel von Porto – die Ribeira – ragt quasi in den Himmel. Hier schlägt das Herz der Metropole und ihr Charme ist am lebendigsten. Die verwinkelten Gassen und Straßen mit ihren rund 3.000 Häuschen und Häusern laden zu ausgiebigen Erkundungen ein.

Meine 6 Lieblingssehenswürdigkeiten in Portos Altstadt

1Sé Catedral

Über der Stadt steht die eindrucksvolle und mächtige Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Sie verfügt über kunstvolle Schätze wie Schnitzereien, Gemälden, Skulpturen sowie eine interessante Marmorkapelle, eine romanische Fensterrose und aufwändige Azulejo-Fliesen im Klostertrakt. Der Vorplatz der Kathedrale mit Schandpfahl und großer Terrasse spiegeln ebenso die bezaubernde Herrlichkeit der gesamten Anlage wieder.

2Torre dos Clérigos

Zu Deutsch: Turm der Geistlichen. Dieser barocke Glockenturm ragt aus der Stadt empor und ist sogar der höchste Turm Portugals. 225 Stufen hinaufsteigend kann man ein sensationelles Panorama genießen. Besonders ins Auge fällt die angrenzende Kirche Igreja dos Clérigos, ein gutes Beispiel der Synthese von Barock und Rokoko.

3São Bento

Dieser Bahnhof ist ein Gesamtkunstwerk! Seine Eingangshalle ist mit den typischen blauen portugiesischen Fliesen ausgestattet. Neben ländlichen Motiven entdeckt man Gemälde aus der Entwicklung des Transportwesens, Darstellungen vom Fahrrad bis zur Eisenbahn.

4Antiga Cadeia da Relação 

Das ehemalige Gefängnis ist ein historisches Wahrzeichen der Landesgeschichte. Zahlreiche portugiesische Persönlichkeiten haben die Zellen dieses Gefängnisses durchlaufen. Heute beherbergt das dreieckige Bauwerk das Portugiesische Zentrum für Fotografie.

5Denkmal Heinrich des Seefahrers

Zur Erinnerung an den berühmtesten Sohn der Stadt gibt es in einem kleinen Altstadt-Park ein bronzenes Denkmal. Der Fuß zeigt die klassischen Figuren „Triumph den portugiesischen Seefahrern“ und eine Frauengestalt als Symbol für den unerschütterlichen Glauben der Seefahrer.

6Palácio da Bolsa

Diese bemerkenswerte ehemalige Börse wurde im 19. Jahrhundert im neuklassischen Stil erbaut. Das Gebäude erscheint wie ein königlicher Palast, insbesondere durch die kunstvolle arabische Halle. Die Verzierungen mit Skulpturen, Gemälden und sogar Fresken wirken majestätisch.

Vergesst bei allem aber nicht, am Ende des Tages einen Portwein zu genießen, denn Porto ist schließlich die Wiege dieses edlen Tröpfchens. Einfach lecker! Wusstet ihr, dass das Alto Douro-Gebiet das erste geschützte Weingebiet der Welt war und heute UNESCO-Welterbe ist? Mein Tipp und nicht versäumen: Von der Terrasse des Hotels Pestana Porto habt ihr einem vorzüglichen Blick auf das abendliche Ambiente der Stadt Porto und auf den Fluss Duoro. Beine hoch & genießen!

Nun geht unsere Reise in Richtung Süden von Porto und nach Aveiro.

Zwischendurch lohnt es sich, eine Pause in Vila da Feira zu machen. Das 195 Meter hoch gelegene Castelo Santa Maria da Feira zählt aufgrund seiner Architektur und Geschichte zu den bedeutendsten Zeugnissen des portugiesischen Mittelalters. Der Volksmund nennt sie „Die Burg der Helden und Verschwörer“.

Farbenfrohes Aveiro

Die Kanäle von Aveiro Fröhlich zeigt sich die Stadt Aveiro mit seinen gondelähnlichen Booten und seinen farbfrohen Häusern entlang des in der Sonne schimmernden Canal da Cidade. Das perfekte Postkartenmotiv.  Es gibt jedes Jahr sogar einen Wettbewerb um das prächtigste Boot. Einen Hauch von Venedig vermitteln die vielzähligen Kanal- und Flussarme, die das süße kleine Provinzstädtchen mit seinen grandiosen Jugendstilbauten durchziehen. Aveiro trägt nicht ohne Grund den Spitznamen „portugiesisches Venedig”. Im Stadtzentrum sollte man auf jeden Fall im berühmten Mercado do Peixe einkehren. Dabei handelt es sich um einen traditionellen Fischmarkt inklusive dem besten Fischrestaurant der Region. Entdeckt Portugal und seine Küche… die Weine, Fleisch und vor allem Fisch. Ich fand alles „schrecklich“ lecker! Denn das kulinarische Portugal hat viel zu bieten. Allem voran natürlich seine tollen Fischmärkte, die es im ganzen Land gibt. Genießt! Schlemmt!

Unser Weg führt weiter von Aveiro nach Batalha. Folgende zwei „Boxenstopps“ sollte man unbedingt einlegen.

  • Parque Nacional do Buçaco ist ein kleiner Traum vom Garten Eden und eine der schönsten Parkanlagen Portugals, wenn nicht gar Europas. Den Park zieren u.a. Grotten und Höhlen, Brunnen, kleine Seen und mehr als 700 verschiedene Baumarten spenden Schatten. Im Zentrum des Parks steht die Sommerresidenz der königlichen Familie, welche heute das Luxushotel Palace Hotel do Buçaco beherbergt.
  • „Wer Coimbra nicht kennt, hat noch nichts Schönes gesehen.“ besagt ein alter lateinischer Vers über die traditionsreiche Stadt der Bildung. Die seit 1290 in Coimbra beheimatete Universität ist eine der ältesten in ganz Europa. Sehenswert sind unter anderem der barocke Uhren- und Glockenturm und die Biblioteca Joanina am höchsten Punkt des Ortes. Terrassenartig winden sich von da aus alle Straßen, Sehenswürdigkeiten und das Häusermeer der Universitätsstadt hinab zum Fluss Mondego.

Kloster Batalha

Nun kommen wir nach Batalha. Noch nie gehört? Und dennoch steht dort die größte Klosteranlage Portugals inklusive einer Kirche mit gigantischem Ausmaß, zwei Königsgräbern und ehrfürchtigem Reiterstandbild. Kein Wunder also, dass das Mosteiro de Santa Maria da Vitória zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Für Portugal hat die Anlage zudem hohen historischen Wert, denn genau hier wurde im 14. Jahrhundert das kastilische Heer geschlagen. Das Kloster heißt daher übersetzt „Schlacht“. Darüber hinaus ist der Gebäudekomplex mit seiner meisterhaften Architektur, dessen Bau fast 200 Jahren dauerte, eines der wichtigsten gotischen Bauwerke der gesamten iberischen Halbinsel. Zum Pflichtprogramm gehört eine Innenbesichtigung. Und, wenn ihr die Möglichkeit habt, solltet ihr euch die Nachtbeleuchtung nicht entgehen lassen. Erst abends kommt hier die gesamte Erhabenheit des meisterlich bearbeiteten Gesteins zur vollen Geltung. Für mich ein unvergleichlicher Anblick!

Und… weiter geht meine Tour…!

Mittelalterstädtchen Óbidos

Portugiesiche Mittelalterstadt Der Ort Óbidos gibt uns eine malerische Lehrstunde in Sachen „Mittelalter“. Wie ein Adlerhorst sitzt die Kleinstadt auf einer felsigen Anhöhe. Erste Besiedlung in der Jungsteinzeit, ist es heute eine vollständig erhalten gebliebene Festungsstadt unter anderem mit der mächtigen Burg Castelo de Óbidos, dem Schandpfahl als Symbol für das Stadtrecht und komplett begehbarer 13 Meter hoher Ringmauer. Diese begehend entdeckt man rote Dachlandschaften, verwinkelte Straßen und Gassenlabyrinthe, strahlend weiße Häuser umringt von Blüten und Grün. Fehlen nur die Herren Ritter mit ihren Burgfräuleins. Auch dieses Klischee kann Óbidos bedienen. Alljährlich im Sommer finden im gesamten historischen Ortskern Mittelalterspiele und Märkte statt. Alle Bewohner und ebenso die Besucher sind standesgemäß gekleidet, was sich umso mehr wie eine Zeitreise ins Mittelalter anfühlt. Also die Rüstung nicht vergessen 🙂 Noch ein kleiner Geheimtipp von mir: Probiert unbedingt den Ginja d´Óbidos oder Ginjinha, wie die Portugiesen den Kirschlikör in der Verniedlichungsforum nennen. Das ist ein traditioneller Likör aus ganzen Sauerkirschen, der im Schokobecher zum Mitessen angeboten wird. „Ein wahrlicher Genuss für den Gaumen!“ so fand ich.

Auf der Strecke gen Süden gibt es zwei besuchenswerte Highlights.

  • Fátima zählt zu einer der bedeutendsten Pilgerstätten der katholischen Kirche. Im Jahr 1917 ist Hirtenkindern die Muttergottes vom Rosenkranz erschienen. Die Erscheinung wiederholte sich, die letzten vor 70.000 Menschen. Heute pilgern jährlich über hunderttausende Gläubige zur Rosenkranzbasilika, manche auf bloßen Knien, um Segen zu erbitten. Nichts für mich!
  • Kurz vor der Hauptstadt Portugals gilt es, noch einmal Halt zu machen und die Märchen- und Gartenstadt Sintra zu bewundern. Gerade der Palácio da Pena ist eine Mischung aus Neuschwanstein und Disney World. Das Städtchen Sintra, „das vielleicht entzückendste in Europa, es enthält Schönheiten aller Art, natürliche und künstliche, Paläste und Gärten“ schwärmte bereits der Poet Lord Byron. Märchenhaftes Ambiente
  • Nehmt euch eine Auszeit am Meer! Mindestens einen Tag sollte man sich zum Relaxen gönnen und einfach mal die Füße in den Sand strecken. Die Costa do Sol lädt mit mondänen Seebädern wie Estoril und Cascais, lebhaften Uferpromenaden, schönen Klippen und ganz viel Sandstrand zum Verweilen ein. Besonders empfehle ich, über die Küstenstraße von Sintra über Cascais nach Lissabon zu fahren. Lernt dort die portugiesiche Riviera mit ihrer wildromatischen Atlantikküste kennen.
  • Vor den Toren Lissabons gilt es, noch ein Kleinod zu besuchen. Das Sommerschloss Palácio Real de Queluz und dessen romantisch verwunschener Park mit dem Neptun-Brunnen, den Grotten und Statuen bilden ein zauberhaftes Ambiete. Dieser  mächtige Palast mit seinen ausgedehnten Rokoko-Gärten á la Versailles oder Sanssouci gehört daher nicht ohne Grund zu den schönsten Schlössern des ganzen Landes.

Metropole Lissabon

Lissabon heißt nicht ohne Grund die Schöne vom Tejo. Ein Duft- und Farbenschauspiel durchzieht die Stadt: Mosaikplätze in schwarz-weiß, gelbe Tram-Bahnen, ein buntes Häusermeer und dazu riecht es wundervoll nach Kaffee und Jasmin. Unendlich viele Sehenswürdigkeiten sind in den Mauern der portugiesischen Hauptstadt zu finden. Nehmt euch also ausreichend Kennlernzeit!

Der Ausgangspunkt für jede gute Stadttour ist der Praça do Comércio, ein monumentaler Platz unmittelbar am Cais das Colunas, dem Kai der Säulen. Von dort aus gehen großzügige Flaniermeilen durch die Baixa Pombalina, die Unterstadt. Lange vor Manhattan wurde dieser Stadtteil als rechtwinkliges Raster angelegt. Inklusive der beiden Hauptstraßen gibt es insgesamt acht Längs- und acht Querverbindungen. Die Namen der Straßen erinnern noch immer an die früher ansässigen Handwerkszünfte wie beispielsweise die Tuchhändler auf der Rua Augusta und die Silberschmiede auf der Rua da Prata. Nördlich kommt man zum Rossio, einer großzügige Platzanlage. Gleichzeitig ist er Verkehrsknotenpunkt, aber auch Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Zur lebendigen Atmosphäre tragen auch die traditionsreichen Kaffeehäuser bei. Ich empfehle euch, unbedingt hier Halt zu machen und einzukehren!

Danke heißt auf Portugiesisch übrigens „Obrigado“ und bedeutet gleichzeitig so viel wie „Ich fühle mich Ihnen verpflichtet!“ Man muss „De nada“ antworten, um den Dankenden wiederum von seiner Verpflichtung zu entbinden.

Bei einem Madeirawein zum Kaffee lest ihr am besten den sehr fesselten Roman „Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier. Danach könnt ihr fast mit geschlossenen Augen durch das Bairro Alto spazieren und auf die Entdeckungsreise der Hauptfigur Gregorius, von seinen Schülern liebevoll „Mundus“ genannt, gehen.

 

Mein Tipp

Vergesst auf gar keinen Fall, die ach so köstlichen Pastéis de Nata zu probieren. Das sind besonders leckere Blätterteigpasteten mit Cremefüllung.

Will man den Trubel entfliehen, nimmt man am besten den Aufzug Elevador de Santa Justa von der Unterstadt in die Oberstadt. Ganz oben angekommen nutzt ihr bitte unbedingt die Wendeltreppen zur luftige Aussichtsplattform. Hier eröffnet sich eine phänomenale Sicht auf die gleichmäßigen Straßenraster der Baixa und den gegenüberliegenden Burgberg mit dem Castelo de São Jorge. Dieses Kastell ist mit seinen stolzen Zinnen eine die Stadt überragende Burganlage. Wenn es die Zeit zulässt, sollte man sich die interessant konzipierte Ausstellung zur Entwicklungsgeschichte Lissabons nicht entgehen lassen. Ein paar Straßenwindungen unterhalb der Burg steht die imposante Basilika Sé Patriarcal. Ständig rattern hier die für Lissabon so berühmten Straßenbahnen in ihren munteren Gelb hügelauf und hügelab, dabei sind sie nicht langsam. Einem Hügel etwas östlicher thronen das Kloster Mosteiro São Vicente de Fora sowie das Panteâo Nacional Lisboa, die beide ebenfalls einen Abstecher weit sind.

Meine persönliche „Top 10“ in Lissabons Altstadt

1Praça do Comércio

Dieser ehemalige Schlossplatz ist dreiseitig von Arkadenbarockbauten umgeben und am Südende zum Fluss Tejo offen. Die Mitte des Platzes prägt ein unübersehbares 29 Tonnen schweres Reiterstandbild und in seinen Rücken erhebt sich der Triumphbogen Arco Triumfal da Rua Augusta.

2Elevador de Santa Justa

Diese alte Aufzugsanlage ist mit seiner eleganten und filigranen Stahlfachkonstruktion und den beiden holzgetäfelten Kabinen eines der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Lissabons. Seit 1902 überwindet er tagtäglich die 30 Meter Höhenunterschied zwischen der Ober- und Unterstadt. Bei jeder Fahrt hat der Fahrstuhl 15 bis 20 Personen im Gepäck und leuchtet nachts wie eine Fackel.

3Nossa Senhora do Carmo

Das Resultat eines Erdbebens aus dem Jahre 1755 sind diese markanten Kirchenruinen, in denen heute das Museu Arqueológico do Carmo befindet. Im Langhaus findet man u.a. Grabsteine und -platten sowie ein Taufbecken aus der zerstörten Kirche.

4Castelo de São Jorge

Die nach dem Schutzpatron Portugals benannte Burganlage erhebt sich als dominiertes und zugleich romantisches Wahrzeichen über dem Häusermeer. Es erinnert an die Anfänge Lissabons und freut sich über die Eroberung durch seine Besucher.

5Miradouro de Santa Luzia

Ein mit den typischen portugiesischen Azulejoas-Fliesen und blumenumrankter Aussichtposten. Von dieser bezaubernden Terrasse aus kann der Blick über den Stadtteil Alfama (arab. Al-Hama = Bad, heiße Quelle) und auf den türkis-glitzernden Fluss schweifen.

6Eléctrico

Lissabons legendäre Straßenbahn
Von irgendwo hört man immer das Rattern und Quietschen mindestens einer der vielen Trams der Stadt. Und es gibt sie mit Schiene oder Seil. Diese alten Straßenbahnen sind quasi fahrenden Museen, die steile Gassen, rasante Abfahrten und halsbrecherische Haarnadelkurven spielend bewältigen.

7Sé Patriarcal

Das älteste Gotteshaus der Stadt ist eine romanische Basilika mit zinnenbekrönter Doppelturmfassade. Ihren frischen Akzent bekam sie im Rahmen umfassender Renovierungsmaßnahmen im letzten Jahrhundert.

8Mosteiro São Vicente de Fora

Weit sichtbar leuchtet das einstige Augustinerkloster hoch über der Stadt. Trotz seine Maße wirkt der Monumentalbau harmonisch gegliedert. Besonders repräsentativ sticht dabei die Kirche hervor.

9Feira da Ladra

Immer dienstags und samstags von 8 bis 13 Uhr herrscht geschäftiges Treiben und Gewühl. Es gibt nichts, was es nicht gibt auf dem „Markt der Diebin“, dem berühmtes Flohmarkt Lissabons. Ich fand es aufregend. Viel Spaß beim Stöbern!

10Panteâo Nacional Lisboa

Die Ruhmeshalle ist ein korpulenter Zentralbau mit markanter Kuppel zu Ehren deren, die sich durch ihrer Werke und Taten um ihr Heimatland Portugal besonders verdient gemacht haben.

Beeindruckend sind ebenfalls die faszinierenden Bauwerke im berühmten Vorort Belém am Ufer des Rio Teja. Allen voran der Torre de Belém. Ein Wehrturm, der mit „seinen Füßen“ im Wasser steht und als Lissabon Wahrzeichen und meistfotografierter Bau gilt. In seiner unmittelbaren Nähe befindet sich das ehemalige Hieronymitenklosters Moisteiro dos Jerónimos de Belém, eine der größten Klosteranlagen der Welt. Hier wird die frühere Macht Portugal mehr als deutlich. Das nebenan befindliche Denkmal der Entdeckungen – Padrão dos Descobrimentos, zeigt 33 sehr wichtige Persönlichkeiten aus Portugals glorreiche Epoche – angeführt von Heinrich dem Seefahrer und gefolgt von Vasco da Gama.

Es gibt auch eine berühmte portugiesiche Persönlichkeit mit der Nummer 34. Diese fehlt auf dem Denkmal, weil sie bzw. er noch lebt. Fußballfans wissen natürlich sofort, wen ich meine. Es ist der Weltfußballer der Jahre 2008, 2013 und 2014 – Cristiano Ronaldo 🙂

Mein Tipp

Einen wundervollen Rundumblick über die Kleinode in Belém hat man von der Aussichtsplattform des Denkmals Padrão dos Descobrimentos.

Unweit davon überspannt die Hängebrücke Ponte 25 de Abril mit ihren rund 2.300 Meter das Wasser des Tejo. Sie ist weltweit die zweitlängste Hängebrücke mit kombiniertem Straßen- und Eisenbahnverkehr. Auf den ersten Blick glaubt man sofort, die Golden Gate Bridge wieder zu erkennen. Allerdings ist das eigentliche Vorbild die zweite Brücke San Franciscos, die ebenfalls doppelstöckige Bay Bridge.

Nehmt euch auch Zeit für das moderne Lissabon. Am Parque das Nações treffen spannende Architektur und abwechslungsreiche Parkanlagen aufeinander. Der Park der Nationen hieß als Expo 1998 Gäste aus aller Welt willkommen. Noch heute ist er vor allem an den Wochenenden eine Attraktion. Fahrt bis zum Bahnhof Gare do Oriente. Mit seiner Konstruktion von Palmenwedeln im Wind ist er selbst höchst sehenswert.  Etwas nördlich liegt die Brücke Ponte Vasco da Gama, die mit ihren 17 Kilometern Lissabon und das südliche Tejo-Ufer verbindet. Entdeckt zudem das Oceanário de Lisboa, das größte Meeresaquarium Europas sowie den Torre Vasco da Gama. Er wirkt wie ein Schiffsmast mit aufgeblähtem Segel und ist mit 145 Metern das höchste Bauwerk des ganzen Landes. Das Expo-Gelände ist wie eine eigene Welt am Meer.

„Es gibt für mich keine Blume“, schwärmte der Dichter Fernando Pessoa (1888-1935), „die dem unerhört abwechslungsreichen Farbenspiel von Lissabon gleichkäme.“ Ich stimme dem Poet zu!

Meine Empfehlung

Mein persönlicher Geheimtipp ist die Stadt Porto inklusive dem dort beheimateten Nationalgetränk, dem Portwein. Der Norden Portugals wirkt zwar etwas ärmer und verschlafener. Das ändert sich in Richtung Haupstadt. Dafür ist es dort deutlich touristischer. Aber ich kann sagen, alle beschriebenen Städte haben mich durchweg begeistert! Mein persönliches Fazit lautet: Portugal ist alt. Es ist jung. Es ist unvergesslich! Nehmt euch die Zeit und entdeckt „mein“ Portugal! Enjoy!

Hat euch mein Reisebericht gefallen? Wenn ja, hinterlasst mir gern euer Feedback oder eine Bewertung (siehe unten). Wenn nein, sagt mir bitte, was ich besser machen kann. Dankeschön!

Lest gern weitere sehr interessante Reiseberichte in meinem Blog. Und in der Galerie findet ihr alle meine selbst gemalten Bilder. Viel Spaß beim Anschauen, Lesen & Stöbern!

Simona KindermannFarbsinne

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6 Kommentare
  1. Der Reisebericht ist liebevoll und ausführlich geschrieben und zieht einen gleich in seinen Bann. Ich war bis jetzt von Anfang an mit dabei. Besonders interessant finde ich diese Felsenstadt ~ dort würde ich zu gerne einmal herumstöbern. Ich liebe alte Mauern, Steine, Ruinen und Co. Wenn diese Steine erzählen könnten…

    Was ich hier nun ganz besonders finde, sind die selbstgezeichneten Reiseimpressionen. Sie spiegeln den jeweiligen Moment und das Besondere des Augenblicks einfach wunderschön wieder und verleihen dem ansonsten trockenen Bericht Leben, Fröhlichkeit und Leichtigkeit.

    Eine wirklich originelle und wunderbare Idee.

    Liebe Grüße,

    Katrin

    • Simona Kindermann

      Es freut mich sehr, dass ich dich in Bann ziehen konnte und meine Bilder aus deiner Sicht das Ganze untermalen. Lieben Dank für dein positives Feedback!

  2. Sibylle Vater

    Auch mir hat dein Reisebericht sehr gut gefallen und er hat viele Erinnerungen und Bilder in mir hervorgerufen. Schade finde ich, dass bei Coimbra fast immer Conimbriga „auf der Strecke bleibt“, also vergessen wird, eine nur 16 km von Coimbra entfernte antike römische Stadt mit wunderschönen Bodenmosaiken und archäologischen Ausgrabungen. Ich finde ein Muss, wenn man in Coimbra ist.

    • Simona Kindermann

      Lieben Dank für das Feedback! Und Conimbriga hört sich wirklich spannend an und habe ich für meinen nächsten Portugalurlaub fest vorgemerkt 🙂 Klasse Tipp!

  3. Thomas Dampf

    Liebe Simona, das hast Du wunderschön geschrieben und schöne Gemälde gemalt. Da wir nicht nach Portugal kommen, war es schön deinen Reisebericht zu lesen. Freue mich schon über den von Kuba. Ganz liebe Grüße von Thomas

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